„Traditionelle Amchi-Praktiken bei indigenen Gemeinschaften in Nepal“

CIPRED[1] – Zentrum für Forschung und Entwicklung indigener Völker in Nepal – hat eine neue Publikation zu den traditionellen Praktiken der Amchi Heiler*innen in den Bergregionen Nepals herausgebracht.

In Nepal leben 59 anerkannte indigene Nationalitäten, die als Aadibasi Janajati bezeichnet werden. Sie machen 35,6 % der gesamten nationalen Bevölkerung aus. Indigene Völker leben in verschiedenen Acmchi_finalgeografischen und ökologischen Regionen mit einer unterschiedlichen Kultur, Identität und Lebensweise. Sie haben eine ganz besondere soziale, kulturelle, wirtschaftliche und spirituelle Beziehung zu natürlichen Ressourcen sowie ihre eigenen traditionellen Heilpraktiken. Traditionelle Heilpraktiken sind in abgelegenen Gebieten nach wie vor weit verbreitet, insbesondere in den indigenen Gemeinschaften, da sie im Vergleich zu Kliniken und Ärzten leicht zugänglich und billiger sind. Die traditionelle Medizin umfasst Praktiken, die auf Überzeugungen beruhen, die seit Jahrhunderten existierten, lange vor dem Aufkommen der modernen Medizin.

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SDG 1. Etamam – eine Praxis der Karamojong Hirtennomaden in Uganda

von Simon Peter Longoli

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen leben immer noch mehr als 700 Millionen Menschen oder 10% der Weltbevölkerung in extremer Armut. Dabei gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf Menschen, die in extremer ArmSustainable Development Goals_icons-01ut leben, denn auf 100 Männer kommen 122 Frauen in der Altersgruppe der 25-34-Jährigen, die in extremer Armut leben. Sie überleben mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag. In den meisten Situationen garantiert ein Arbeitsplatz allein noch kein angemessenes Leben. Tatsächlich lebten 8 Prozent der weltweit beschäftigten Arbeitnehmer*innen und ihrer Familien im Jahr 2018 in extremer Armut. Armut hat viele Dimensionen, aber ihre Ursachen sind vor allem Arbeitslosigkeit, fehlender Landzugang, soziale Ausgrenzung und eine hohe Anfälligkeit bestimmter Bevölkerungsgruppen für Katastrophen, Krankheiten und andere Phänomene, die sie daran hindern, produktiv zu sein. Wachsende Ungleichheit untergräbt den sozialen Zusammenhalt, verstärkt die politischen und sozialen Spannungen und führt unter Umständen zu Instabilität und Konflikten.[1]

Nach Angaben der ugandischen Regierung ist Karamoja die Region mit den höchsten Armutsindikatoren des Landes, mit 61% einer Gesamtbevölkerung von 1,2 Millionen in Armut lebenden Menschen, während der Landesdurchschnitt bei 21% liegt. 24% der Bevölkerung sind in chronischer Armut gefangen, mehr als das Doppelte des nationalen Durchschnitts von 10%.

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SDG 12: „Mehr tun mit weniger“

Der Wald der Menominee und ihr Modell von nachhaltiger Entwicklung

von Jasmine Neosh, Studentin am College of Menominee Nation

Vor langer Zeit und über viele Jahrhunderte hinweg, haben die Menschen, die heute als die Menominee bekannt sind, ein Heimatland von 10 Millionen Acres bewohnt, das den Nordosten von Wisconsin und die obere Halbinsel von Michigan umfasst. Seitdem ist die riesige Heimat der Menominee auf 235.000 Acres (etwa 95.000 Hektar) geschrumpft, von denen 93% dicht bewaldet sind. Der Menominee-Wald ist so reich an Pflanzen, dass seine Grenzen auf Satellitenbildern leicht erkennbar sind, dennoch hat die Ernte der Waldprodukte und ihre Verarbeitung in der Stammesmühle das wirtschaftliche Leben des Stammes seit dem Kontakt gestützt.

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Menominee Photo von American Forests Magazine, 2012

Wie haben die Menominee das Gleichgewicht zwischen den vielen anspruchsvollen Facetten der modernen Wirtschaft gefunden und gleichzeitig die Vitalität und das Wohlbefinden des Waldökosystems bewahrt? Die Antwort darauf liegt in der reichen Hintergrundgeschichte der Menominee und ihrem Kampf für Souveränität, für den Erhalt ihrer Kultur und für ökologische Nachhaltigkeit. Diese Hintergrundgeschichte wurde in ein Modell für nachhaltige Entwicklung übersetzt, das Planer*innen dabei helfen kann, ihre eigenen Produkte durch einen ganzheitlichen, multidisziplinären und dynamischen Prozess neu zu überdenken, der aus einer einzigartigen indigenen Erfahrung hervorgeht. Dieses Modell kann als Wegweiser für die Herangehensweise an das nachhaltige Entwicklungsziel SDG12 dienen, bei dem es um einen ethischeren Ressourcenverbrauch geht, indem „mit weniger mehr erreicht wird“.

(Übersetzung Sabine Schielmann) Lesen Sie hier den englischen Originalbeitrag.

SDG 5: Eine progressive Frauen-Gruppe für Geschlechtergerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung in Nepal

Pasang Dolma Sherpa, Executive Director of Center for Indigenous Peoples‘ Research (CIPRED) (Übersetzung Sabine Schielmann)

Die progressive Frauengruppe „Pragati Nari Samuha“, angeführt von alleinstehenden Frauen im Dorf Khasure, im Distrikt Lamjung  der Provinz Gandaki in Nepal, ist ein einzigartiges Beispiel dafür, wie einheimische alleinstehende Frauen auf lokaler Ebene zur globalen Agenda der Gleichstellung von Frauen und Männern und nachhaltiger Entwicklung beitragen.

In unserer patriarchalischen Gesellschaft stehen Frauen häufig an zweiter Stelle sowohl zu Hause als auch auf Gemeindeebene, wenn Entscheidungen getroffen werden. Der Trend, dass Eltern einer Tochter den Schwiegersohn auswählen, ist in Nepal weit verbreitet. In Nepal gibt es viele Sprichwörter, die Frauen davon abhalten, zu sprechen oder eine aktive Rolle zu spielen. Je mehr Frauen auf ihren Ehemann und ihre Schwiegereltern hören, umso bescheidenere und idealere Frauen werden sie. Dies ist, was die meisten Familien in Nepal erwarten. Die Situation von alleinstehenden Frauen ist noch schlimmer. Sie werden von der Gesellschaft anders gesehen, als hilflose Menschen. Die Menschen denken, dass indigene Familien in Nepal matriarchalisch sind, aber in Wirklichkeit sind indigene Frauen nicht frei vom Mainstream der patriarchalischen Gesellschaft. Dies ist einer der Gründe, warum Frauen, obwohl es mehr Frauen als Männer in Nepal gibt, in allen Bereichen immer noch weit hinterherhinken. Nur wenige Frauen haben das Glück, aus ihrem zu Hause herauszukommen, um die Welt zu erkunden und ihre Stimme leben zu lassen.

Die alleinstehenden Frauen des Dorfes Khasure im Bezirk Lamjung in der Provinz Gandaki in Nepal haben ähnliche Geschichten. Bevor sie 2008 die Möglichkeit bekamen, an einem Frauen-Führungstraining teilzunehmen, gefolgt von Haushalts- und Kochschulungen in den Jahren 2009 und 2010, konnten sie kaum vor ihren Dorfältesten oder mit Außenstehenden sprechen. Nach dem Training bauten sie langsam ihr Selbstvertrauen auf, um Nepal Frauenuntereinander und mit ihren Familien über ihre Anliegen zu sprechen.

 

Foto: Jivraj Ghale

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SDG 10: Verringerung von Ungleichheiten bei den Dayak in Westkalimantan

Erfahrungen der Dayak durch lokale wirtschaftliche Stärkung im Ketapang-Distrikt in Westkalimantan

In den frühen neunziger Jahren haben das Dayakologi Institut und Pancur Kasih Empowerment Movement (GPPK) damit begonnen, die Praxis der nachhaltigen Entwicklung durch die Einführung eines lokalen wissensbasierten ganzheitlichen Empowerment-Konzepts zu fördern. Dabei ging es um eine ganzheitliche Stärkung der indigenen Dayak im Landesinneren des Distrikts Ketapang, Provinz West-Kalimantan in Indonesien. Die Dayak haben nur begrenzten Zugang zu Entwicklung, d.h. sie haben kaum Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheitswesen, Elektrizität, Transport und finanziellen Institutionen und auch nicht zu natürlichen Ressourcen, die für ihren Lebensunterhalt fundamental sind.

Unternehmen, die Genehmigungen für die Nutzung von Wäldern, für Industrieplantagen und große monokulturelle Plantagen erhalten hatten, sind seit Anfang der 1970er Jahren auf dem Gebiet der Dayak im Distrikt Ketapang tätig. Im Namen von Entwicklung haben diese Unternehmen das Land, den Wald und die Lebensgrundlagen der Dayak ausgebeutet und die Profite nach außen abgeführt. Die massive Ausbeutung führte nicht zu Wohlstand, sondern zu Ungerechtigkeit und Armut für die indigenen Dayak sowie zu ökologischer Zerstörung und der Degradierung ihrer Traditionen, Gebräuche und Kultur. Im Distrikt Ketapang liegt die – im Vergleich zu 9 anderen Distrikten – größte Palmölplantage in West Kalimantan mit einer Fläche von 1,1 Millionen Hektar, wie die Daten des Plantagenamtes von West Kalimantan (2009) zeigen.

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Die Wasserkraft, der Klimawandel und Indigene

von GegenStrömung (INFOE e. V.)

Wasserkraft genießt ein grünes Image. Die Technologie gilt als regenerative Energie und emissionsarm. So wird sie derzeit als geeignete Möglichkeit beworben, um den Klimawandel zu bekämpfen und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Investitionen in Wasserkraftanlagen werden von Fonds als „grüne Geldanlagen“ beworben, die Wasserkraftindustrie bemüht sich darum, Mittel aus Klimafinanzierungsmechanismen zu bekommen.

Doch das grüne Image der Wasserkraft bröckelt: Die negativen Folgen von Staudämmen werden zunehmend bekannt. Millionen von Menschen mussten bereits für Staudämme umgesiedelt werden, wichtige Fluss- und andere Ökosysteme wurden zerstört. Insbesondere Indigene, deren Lebengrundlagen stark von Ökosystemen abhängen, sind überproportional oft von den Folgen von Wasserkraftwerken betroffen. Neue Staudämme werden häufig in entlegenen Gebieten gebaut, die oft von Indigenen besiedelt sind. So sind Indigene häufig direkt durch den Bau von Staudämmen betroffen.

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Wichtiger Fortschritt für indigene Völker bei der COP25 in Madrid

Die 25. Vertragsstaatenkonferenz (COP) der UN Klimarahmenkonvention (UNFCCC), deren Ausrichtungsort in der letzten Minute von Santiago de Chile nach Madrid verlegt wurde, erfüllte die Erwartungen vieler der mehr als 25.000 Delegierten hinsichtlich der Einhaltung des Pariser Klimaabkommens nicht.

Pasang Dolma Sherpa, Vertreterin für Asien in der Fazilitativen  Arbeitsgruppe (Facilitative Working Group – FWG) der Plattform für ‚Lokale Gemeinschaften und Indigene Völker‘ (LCIP), wertet die Verabschiedung des Arbeitsplans der LCIP jedoch als einen wichtigen Fortschritt für die Anerkennung indigener Völker, ihrer kulturellen Praktiken und ihres Wissens für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. Indigene Vertreter*innen haben über Jahrzehnte hinweg für eine vermehrte Beteiligung an den Verhandlungen und die Respektierung ihrer Rechte und ihres Wissens gekämpft. Die Einrichtung der LCIP Plattform und nun die Verabschiedung des Arbeitsplans stellen daher historische Meilensteine dar, die den Weg bahnen für eine effektive Zusammenarbeit und die umfassende Anerkennung der Fähigkeiten, des Wissens und der Rechte sowie der kulturellen Resilienz indigener Völker im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Lesen Sie hier den Originalbericht von Pasang Dolma Sherpa

Weitere Informationen https://enb.iisd.org/climate/cop25/enb/