Unterrichtsanregungen zu den SDGs und der Rolle indigener Völker

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) bilden den Kern der 2015 von der Staatengemeinschaft verabschiedeten Agenda 2030 zur „Transformation unserer Welt“. Die vielfältigen und vernetzten Themen der SDGs stellen Lerninhalte von lokaler sowie globaler Bedeutung dar und können daher wichtige Instrumente zur Vermittlung dieser Lerninhalte im Globalen Lernen und der Bildung für nachhaltige Entwicklung sein. INFOE möchte in diesem Zusammenhang den Beitrag indigener Völker zur Erreichung der SDGs und nachhaltiger Entwicklung in der Bildungsarbeit sichtbar machen.

Im Rahmen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit von INFOE zu den Zusammenhängen zwischen indigenen Völkern, nachhaltiger Entwicklung und den globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) sind in 2018 neue Materialien entstanden. Der Schwerpunkt des Projekts in 2018 lag darauf, einzelne SDGs und bzw. ihre Themen mehr in den schulischen, universitären und wissenschaftlichen Bereich einzubringen. Über einen Perspektivenwechsel und Einblick in Leben, Rolle und Wissen indigener Menschen im Zusammenhang mit dem jeweiligen SDG-Thema und die Verknüpfung mit dem Leben und Handeln von Menschen hier in Deutschland, wurden und werden die Themen den Zielgruppen nähergebracht. Dazu wurden aufbauend auf den von INFOE erarbeiteten Fact Sheets und Arbeitshilfen, Unterrichtsanregungen für die Sekundarstufe I zu den SDGs 2, 4 und 15 entworfen. In der weiteren Bildungsarbeit zu diesen Zusammenhängen werden Unterrichtsanregungen zu weiteren SDGs sowie Handreichungen entstehen.

Die Unterrichtsanregungen stellen Entwürfe dar, die kontinuierlich weiterentwickelt werden. Anfragen für Kopien der Unterrichtsanregungen, für Arbeitsblätter und Vorlagen sowie Anregungen und Kommentare zu den Materialien nehmen wir unter sabine@infoe.de gerne entgegen.

Unterrichtsanregungen:

Mit und über SDG2 von indigenen Völkern lernen

Mit und über SDG4 von indigenen Völkern lernen

Mit und über SDG15 von indigenen Völkern lernen

 

Ausblick: Klimaschutz & Menschenrechte bedingen sich.

Landnahme und Extraktivismus gefährdet und zerstört vielerorts die Lebensweise der indigenen Gemeinden. Hinzu kommt: Die Auswirkungen der Klimakrise. Die Welt hat sich bereits um einen Grad erwärmt (Vergleich vorindustrieller Zeit). Am ersten und stärksten spüren das jene, die bereits in extremen Umweltbedingungen leben (Wie die indigenen Nomaden der Peul im Tschad/ Sahelzone Afrikas) und direkt von funktionierenden Ökosystemen abhängig sind.

Indigene Bevölkerungsgruppen sind aber auch deshalb stärker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, weil sie in vielen Ländern weniger Rechte haben an politischen Entscheidungsfindungen teilzuhaben. In manchen Ländern, wie beispielsweise Brasilien, verschlechtert sich die Situation.

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Die Indigene Plattform auf den UN-Klimakonferenzen

Das Paris-Agreement erkennt an, dass indigene Gemeinden wichtig sind um Klimaschutz zu  gewährleisten und das sie über besonderes Wissen verfügen, um die Menschen vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Deshalb wurde die Indigene Plattform (LCIPP) geschaffen, die Maßnahmen fördern und initiieren soll um Klimaschutz und die Rechte der indigenen Bevölkerung gleichzeitig stärkt. Sie soll die Partizipation von Vertreter*innen der Indigenen stärken und ist in drei Bereiche unterteilt:

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Wissenschaft und Macht des Erbes indigener Völker

Zwei Wissenschaftlerinnen aus Latein-Amerika, Nidia González aus Kolumbien und Bibiana Bilbao aus Venezuela, haben über ihre Teilnahme als Referentinnen an Workshops von INFOE die Gemeinsamkeiten in ihrer Arbeit erkannt. Ende Oktober 2018 haben sie sich auf der 10. Konferenz des Nordic Latin American Research Network – NOLAN (Nordisches Lateinamerikanisches Forschungsnetzwerk) in Olso (OsloMet – Oslo Metropolitan University) Norwegen persönlich kennengelernt und zusammen mit anderen Wissenschaftler*innen und indigenen Führungs-persönlichkeiten ein Diskussionspanel organisiert, mit dem Titel: ‚Beyond paper rights, the turn of institutions to incorporate indigenous local knowledge‘.

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©Nidia González(left) and Bibiana Bilbao(right) during the NOLAN Conference welcome reception by Mayor of Oslo, Mrs. Marianne Borgen, at the City Hall. Thursday 25.10.2018

Nidia und Bibiana arbeiten beide mit mehreren nationalen und internationalen Initiativen zusammen, die sich der Förderung des Lebensunterhalts und des Kulturerbes indigener Gemeinschaften sowie dem Erhalt der Biodiversität auf der Grundlage traditioneller indigener Praktiken widmen. Ihre Arbeit umfasst die partizipative Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften sowie institutionellen und akademischen Stakeholdern. Nidia und Bibiana engagieren sich im und für den partizipativen und interdisziplinären Dialog über sozioökologische Probleme, das ökologische Wissen und die traditionellen indigenen Praktiken des Umweltschutz in wissenschaftlichen Debatten sowie für die Erarbeitung alternativer Lösungen zum globalen Problem des Klimawandel.

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Beteiligung indigener Völker an der COP24

Neben der der erfolgreichen Verabschiedung der Plattform zu Indigenem Wissen auf der UN-Klimakonferenz (COP24), brachten Vertreter*innen der indigenen Bevölkerung ihre Anliegen auf verschiedenen Veranstaltungen vor.

Indigene Schüler aus den nördlichen Territorien Kanadas beispielsweise. Sie erzählen von den Auswirkungen des Klimawandels, wie der Schmelze der Permafrostböden, welche nun nicht mehr zum Speichern von Vorräten genutzt werden können sowie dem Ausbleiben der Karibus und der Veränderung der Fischarten in den Flüssen.

Indigene Repräsentanten aus Brasilien, äußerten sich sehr besorgt über die Zukunft Amazoniens und der nicht kontaktierten indigenen Völker, da der grade gewählte Präsident Jair Bolsonaro ankündigte, indigene Territorien für Landwirtschaft und Bergbau frei zu geben.

Fotos: Bärbel Henneberger

Links: SONIA GUAJAJARA, Präsidentin der APIB

In einem offiziellen Side Event wurden auch neue Studien zur Rolle Indigener Völker im Waldschutz vorgestellt:

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Indigene aus Brasilien auf der UN-Klimakonferenz

Nicht alle nationalen Regierungen verhandeln im Interesse ihrer indigenen Bevölkerung. Deshlab sind sie selbst auf der UN-Klimakonferenz anwesend und repräsentieren ihre Gemeinden. Eine von ihnen ist Nara Bané, Praesidentin der COIAB Brasilien.

Nara Baré ist Teil der gleichnahmigen indigenen Bevölkerung der Baré im  Nordwesten brasilieanischen Amazonasgebiet, das an Kolumbien und Venezuela grenzt. Ihr voller Vorname ist  Iandara, was Mittag bedeutet: Die starke und widerstandsfähige Sonne. Auf der UN-Klimakonferenz (COP) war sie als Vertreterin der indigenen Bevölkerung Brailiens. Sie ist die Praesidentin der COIAB Brasiliens, dem Dachverband aller indigenen Gemeinden.

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Der Kampf um die Wiederherstellung von Portawe Lelfün

Im Süden Chiles, in der 9. Region ‘Araucania’ in der Gemeinschaft Galvarino, setzen sich Mapuche Gemeinden seit 18 Jahren für die Anerkennung, die ökologische und kulturelle Wiederherstellung sowie die Rückgabe des kulturell bedeutenden Ortes ‘Portawe Lelfün’ ein. In ihrer Argumentation stehen dabei nicht ihre angestammten und rechtmäßigen Landrechte im Vordergrund, sondern die Bedeutung des Ortes Portawe Lelfün für die Ausübung kultureller Praktiken und die kulturelle Integrität der Mapuche, die wiederum die Basis bilden für einen respektvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur und damit für den Wald- und Klimaschutz.

Ein Beitrag von Pedro Coña Caniullan

Portawe Lelfün – an area of cultural importance for Mapuche People in Chile

Cultural practices are crucial for Mapuche people to live in harmony with mother earth (Nuke Mapu). Portawe Lelfün is one of the places that Mapuche communities need for cultural ceremonies related to the climate. However, after a process of 18 years trying to reclaim the area, the Mapuche communities are still not allowed to access this area and carry out their ceremonies which form an important part of their culture and the comprehensive process of restoration and restitution that Mapuche people are working for.

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