Buen Vivir – Konzert und Diskussion am 19. September in Köln

„Das indigene Konzept „Buen Vivir“ (gutes Leben), propagiert – neben einem Leben im Screenshot Buen VivirEinklang mit der Natur – eine neue „Ethik der Entwicklung“, ein soziales und solidarisches Wirtschaften und eine Veränderung im Lebens- und Politikstil.“ (Kulturbüro Grupo Sal) Diese Veränderungen sind auch für eine nachhaltige Entwicklung und die Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – kurz SDGs) von zentraler Notwendigkeit.

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Indigene Sprachen: Wissen und Hoffnung

„Für indigene Völker stehen ihre Sprachen nicht nur für ihre Herkunft oder die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, sie beinhalten auch die ethischen Werte ihrer Vorfahren – die indigenen Wissens-Systeme, die sie mit dem Land vereinen und die für ihr Überleben, die Hoffnungen und Bestrebungen der indigenen Jugend von entscheidender Bedeutung sind.

Der heutige Zustand der indigenen Sprachen spiegelt die Situation der indigenen Völker wider. In vielen Teilen der Welt sind sie vom Aussterben bedroht. Der größte Faktor, der zu ihrem Verlust beiträgt, ist die staatliche Politik. Einige Regierungen haben Kampagnen zur Auslöschung indigener Sprachen eingeleitet, indem sie deren Gebrauch unter Strafe stellten – wie dies in den frühen Tagen des Kolonialismus auf dem amerikanischen Kontinent der Fall war. Einige Länder bestreiten weiterhin die Existenz indigener Völker in ihrem Hoheitsgebiet – indigene Sprachen werden als Dialekte bezeichnet und haben eine geringere Bedeutung als die Landessprachen, was zu ihrem möglichen Verlust beiträgt. […]

Die größte Bedrohung geht vom Klimawandel aus, der sich gravierend auf die Subsistenzwirtschaft [indigener Gemeinschaften] auswirkt. Sogenannte Entwicklungsprojekte wie Dämme, Plantagen, Minen und andere Rohstoffaktivitäten fordern ebenso ihren Tribut wie staatliche Maßnahmen, die die Vielfalt minimieren und die Homogenität fördern. […]

Was in Diskussionen oft übersehen wird, sind die Auswirkungen dieser Bedrohungen auf die indigenen Kulturen und Werte. Indigene Völker leiten ihre Identitäten, Werte und Wissenssysteme aus der Interaktion mit ihren Territorien ab, sei es Wald oder Meer. Ihre Sprachen sind von ihrer Umgebung geprägt – es sind ihre Versuche, ihre Umgebung zu beschreiben, die die Grundlagen ihrer einzigartigen Sprachen bilden. Wenn also das Territorium verändert wird, kommt es auch zu Veränderungen in der Kultur und schließlich in der Sprache.“

(Ausschnitte aus dem Artikel von Minnie Degawan Indigenous languages: Knowledge and hope in The UNESCO Courier January-March 2019, Seite 7, Übersetzung Sabine Schielmann)

Mehr über die Bedeutungen und Bedrohungen indigener Sprachen Screenshot GfbV Videofinden Sie in diesem Video der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

 

 

ScreenshotGfbV Berichtdem jüngsten Bericht der GfbV

 

 

 

 

 

sowie in der Ausgabe 1/2019 des UNESCO Courier   Screenshot UNESCO Courier

 

 

„Indigene Sprachen, Wissen und Rechte im Kontext des Klimaschutz“

Zusammenfassung des Workshop vom 19. Juni 2019, Bonn

INFOE in Kooperation mit dem Global Landscape Forum organisierte am 19. Juni 2019 im Wissenschaftszentrum in Bonn einen Workshop zum Thema „Indigene Sprachen, Wissen und Rechte im Kontext des Klimaschutz, der Wiederherstellung von Landschaften und nachhaltiger Entwicklung“. Der Workshop fand zwischen der ersten Sitzung der Facilitative Working Group der ‚Local Communities and Indigenous Peoples‘ Plattform (LCIPP) im Rahmen des UNFCCC Prozesses und dem Global Landscape Forum 2019 Bonn sowie anlässlich des Internationalen UN Jahres der Indigenen Sprachen statt. Gemeinsam mit Vertreter*innen indigener Völker, Wissenschaftler*innen, Student*innen und anderen Interessierten wurden Fragen der Bedeutung indigener Sprachen, deren Schutz und bestehende Herausforderungen diskutiert.

Schätzungsweise sind 40% der etwa 6.700 Sprachen der Welt – darunter die Mehrheit indigene Sprachen – akut vom Verschwinden betroffen. Der anhaltende Verlust indigener Sprachen ist besonders dramatisch angesichts der darin verankerten komplexen Kenntnisse und kulturellen Praktiken, die zunehmend als strategische Ressourcen für verantwortungsvolle Staatsführung, Friedenskonsolidierung, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung anerkannt werden. Außerdem haben solche Verluste enorme negative Auswirkungen auf die grundlegenden Menschenrechte indigener Völker.

Vor diesem Hintergrund war denn auch eine der zentralen Fragen des Workshops, wie die neu geschaffene Plattform zu lokalen Gemeinschaften und indigenen Völkern im Rahmen der Verhandlungen der Klimarahmenkonvention zum Schutz und einer respektvollen Anwendung der Sprachen und des Wissens indigener Völker beitragen kann. Inwieweit kann die Plattform mit ihren Funktionen und Aufgaben der Bedeutung indigenen Wissens und indigener Wissenschaft gerecht werden?

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Wir sind Kinder der Erde

Der Kampf für unsere Rechte ist der Kampf für unsere Mutter Erde

Wir Mapuche sind Kinder der Erde und als solche haben wir in Harmonie mit unserer Mutter Erde gelebt. Viele historische Umstände haben uns auf schmerzhafte Weise gezeigt, dass diese Harmonie mit der Natur keine Bild Artikel Jorge 1Bedeutung für diejenigen hat, die sich unser Gebiet angeeignet haben.

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Steigert die LCIPP die Handlungsmacht indigener Völker in der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen?

Abstract der Hausarbeit von Miriam Proske

 
Der Beschluss von 2015, bei der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) der Vereinten Nationen (UN) eine Plattform für den Wissensaustausch mit indigenen Völkern einzurichten, wurde als großer Fortschritt für die Zusammenarbeit indigener Völker und den UN gefeiert. Doch es bleibt abzusehen, inwiefern diese tatsächlich eine Verbesserung der indigenen Partizipation an UNFCCC-Prozessen darstellen wird.

 
Aus dem aktuellen Anlass der Operationalisierung der Plattform beschäftigt sich meine Hausarbeit mit den Machtverhältnissen zwischen indigenen Völkern und den UN im Kontext der Klimarahmenkonvention. Dabei wird die Frage untersucht, ob sich durch die Schaffung der Local Communities and Indigenous Peoples’ Plattform (LCIPP) die indigene Handlungsmacht bei der UNFCCC steigert. Um dies zu beantworten, wird zunächst ein Überblick über die bisherige indigene Teilhabe an UNFCCC-Prozessen geliefert, um deren Handlungsmacht im Rahmen der bestehenden Machtverhältnisse herauszustellen. Anschließend werden Aufbau und Ziele der LCIPP beleuchtet, um die Plattform auf ihr Potential für indigene Handlungsmacht hin zu analysieren. Für die Bewertung der Handlungsmacht wird die Typologie von Handlungsmacht des Earth System Governance Projects verwendet, was sich aufgrund eines ähnlichen Kontextes anbietet. Desweiteren wird Literatur, die sich mit der Zusammenarbeit indigener Völker und den UN sowie mit indigenem Klimaschutzaktivismus und Wissensaustausch beschäftigt, zu Rate gezogen.

 
Als Ergebnis der Arbeit tritt deutlich hervor, dass die Handlungsmacht indigener Vertreter*innen innerhalb der Plattform und somit auch bei UNFCCC-Prozessen im Allgemeinen weiterhin gering bleibt. Es wird darauf hingewiesen, dass im Kontext der kolonial erworbenen Machthierarchie, wie sie zwischen den UN und den stark marginalisierten indigenen Völkern besteht, ein entschiedener Fokus darauf liegen muss, Letzteren dieselben Entscheidungsrechte wie Staatsvertreter*innen zukommen zu lassen, um den zum Ziel gesetzten holistischen Wissensaustausch zu ermöglichen.

Lesen Sie hier die thematisch aktuelle Hausarbeit vorgelegt am Institut für Archäologie und Kulturanthropologie der Universität Bonn.

Indigene Sprachen, Wissen und Rechte im Kontext des Klimaschutz, der Wiederherstellung von Landschaften und nachhaltiger Entwicklung

Einladung zum Workshop

„Indigene Sprachen, Wissen und Rechte im Kontext des Klimaschutz, der Wiederherstellung von Landschaften und nachhaltiger Entwicklung“

  1. Juni 2019, 14:15Uhr – 18:15Uhr

Wissenschaftszentrum Bonn, Ahrstraße 45, 53175 Bonn

INFOE gemeinsam mit dem Global Landscape Forum laden zum Workshop zwischen der ersten Sitzung der Facilitative Working Group der ‚Local Communities and Indigenous Peoples‘ Plattform (LCIPP) im Rahmen des UNFCCC Prozesses und dem Event des Global Landscape Forums in Bonn ein. Gemeinsam  mit indigenen Vertreter*innen, Wissenschaftler*innen und Student*innen beschäftigen wir uns mit indigenen Sprachen, Wissen und damit verbundenen Rechten im Zusammenhang mit dem Klimaschutz, der Wiederherstellung von Landschaften sowie nachhaltiger Entwicklung und der Erreichung der SDGs.

Anbei finden Sie das Programm für den englischsprachigen Workshop.

Cover GLF INFOE event

Top-Thema: Traditionelles Wissen indigener Völker

Die diesjährige 18. Sitzung des Permanenten Forums für Indigene Angelegenheiten der Vereinten Nationen beschäftigte sich mit dem traditionellen Wissen indigener Völker, seiner Schaffung, Entwicklung, Weitergabe und den Möglichkeiten, dieses Wissen zu schützen.

Die Identitäten, Praktiken, Sprachen und Kulturen indigener Völker sind eingebettet in ihre einzigartigen Wissensbestände, die sich über Jahrtausende entwickelt haben. Wissen über das Leben und die Umgebung indigener Völker zu generieren, dieses Wissen zu verfeinern und zu nutzen und es an zukünftige Generationen weiterzugeben wurde und wird von indigenen Gemeinschaften seit den Anfängen der Zeit praktiziert. Gesellschaften entwickeln eigene Wissenssysteme als Reaktion auf die spezifischen Eigenschaften und Herausforderungen in ihrer Umgebung.

 Obwohl westliche Wissenssysteme den globalen wissenschaftlichen Diskurs seit dem 18. Jahrhundert dominieren, haben indigene Völker nie aufgehört, ihre eigenen Wissenskörper zu erhalten, weiterzugeben, zu nutzen und zu entwickeln. (UN E/C.19/2019/5)

Welche Bedeutung das Wissen indigener Völker für den Klimaschutz, den Erhalt von Wäldern und Biodiversität und eine nachhaltige Entwicklung haben, erfahren wir im Beitrag von Dr. Pasang Dolma Sherpa aus Nepal. Sie ist eine der zentralen Referent*innen des Workshops, den INFOE gemeinsam mit dem Global Landscape Forum am 19. Juni in Bonn organisiert.

Informationen zum Workshop finden Sie in Kürze hier.

Den Beitrag von Pasang Dolma Sherpa können Sie hier lesen. Weiterlesen „Top-Thema: Traditionelles Wissen indigener Völker“