SDG 16 und „Dap-ay“: eine indigene Institution für friedliche Gesellschaften und gute Regierungsführung

Text: Joan Carling, Focal Person/Convenor Indigenous Peoples Major Group for Sustainable Development (Übersetzung: Sabine Schielmann)

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„ZIEL 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen“ (UN Agenda 2030)

Friedliche und integrative Gesellschaften werden geleitet von universellen Werten und wirksamen Regierungsführungen, die auf Vertrauen und Respekt vor der Vielfalt beruhen. Dies wird durch die Praxis von DAP-AY auf den Philippinen veranschaulicht, einer indigenen Institution, die das Gemeinwohl wahrt.

Die Kankanaeys, eine ethnolinguistische Gruppe der Igorot (d.h. der Völker der Berge) aus Sagada, einer ruhigen Stadt in der Mountain Province in der Region Cordillera auf den Philippinen, praktizieren das Dap-ay-System. Es ist eine indigene Institution, die von traditionellen Ältesten regiert wird und durch eine physische Struktur repräsentiert ist, die auch Dap-ay genannt wird. Letztere besteht aus Steinplatten, die in einem Kreis mit northern sagadaeinem Lagerfeuer in der Mitte geformt sind. An seiner Seite befindet sich eine kleine Struktur, die den Jungen und Ältesten als Schlafplatz dient. Das Dap-Ay ist ein wichtiges Wahrzeichen und Zentrum eines jeden Dorfes. Es ist die traditionelle Schule für Jungen. Für den Ältestenrat ist es ein Treffpunkt für das Regieren und auch der Ort wichtiger Rituale und Zeremonien.

Foto: Nördliches Sagada ©Mary Carling

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Indigene Jugendliche in Russland und der Klimawandel im Licht des globalen Nachhaltigkeitsziels 13

Von Rodion Sulyandziga, CSIPN (Zusammenfassung übersetzt von Sabine Schielmann)

Im September 2019 signalisierte die 16-jährige Umweltaktivistin Greta Thunberg auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen in einer starken Botschaft, dass die Jugend sich nun weigert weiter am Rand zu sitzen und bereit ist, den Kampf gegen den Klimawandel aufzunehmen. Der Drang, die Auswirkungen des Klimawandels anzugehen, steht seit Anfang der 2000er Jahre ganz oben auf der Agenda der Vereinten Nationen. 2015 wurden die Nachhaltigkeitsziele für das Jahr 2030 (auch als Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bekannt) von allen Ländern der Vereinten Nationen verabschiedet. Unter den 17 internationalen Entwicklungszielen zur ‚Transformation der Welt‘ fordert das Sustainable Development Goal  (SDG ) # 13 die Länder auf, Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen zu ergreifen.

In den letzten Jahrzehnten war ’nachhaltige Entwicklung‘ sowohl Gegenstand akademischer Forschung als auch Ziel staatlicher Politik. Trotz der aufkommenden Auffassung von indigenen Völkern als den Urheber*innen einer nachhaltigen Entwicklung und Hüter*innen der biologischen Vielfalt wurde jedoch die Bedeutung und Relevanz ihres traditionellen Wissens für Nachhaltigkeits- und Umweltprojekte lange Zeit nur unzureichend verstanden. Da indigene Völker und Naturschützer*innen angeblich unterschiedliche Anliegen haben, sind Konflikte zwischen indigenen Gemeinschaften und Umweltorganisationen, einschließlich zwangsweiser Umsiedlung indigener Völker, der Einführung von Vorschriften, welche die wirtschaftlichen Aktivitäten und den Ressourcenverbrauch indigener Völker einschränken sowie mangelnde Konsultation mit Indigenen in Entscheidungsprozessen zur Landnutzung in allen Schutzgebieten der Welt weit verbreitet (Siehe hierzu auch Report of the Special Rapporteur on the rights of indigenous peoples – Conservation measures and their impact on indigenous peoples’ rights UNGA A/71/229)

Trotz dieses komplizierten Erbes der modernen Naturschutzbewegung schließen sich Rechte der Ureinwohner und Umweltziele nicht gegenseitig aus. Da indigene Gemeinschaften die lokalen Ökosysteme am besten kennen und die größten und unmittelbarsten Interessen daran haben, sie zu erhalten, ist ihr Platz nirgendwo sonst als an der Spitze von Schutzgebietsprojekten. Heutzutage gewinnen indigene Gemeinschaften an Einfluss in Schutzgebietsinitiativen, denn große Teile des Territoriums indigener Völker liegen in Nationalparks und anderen Arten von Schutzgebieten, die zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und der globalen Nachhaltigkeit ausgewiesen werden.

Сотрудники нацпарка

Foto © Maria Shevyakova

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Buen Vivir – Konzert und Diskussion am 19. September in Köln

„Das indigene Konzept „Buen Vivir“ (gutes Leben), propagiert – neben einem Leben im Screenshot Buen VivirEinklang mit der Natur – eine neue „Ethik der Entwicklung“, ein soziales und solidarisches Wirtschaften und eine Veränderung im Lebens- und Politikstil.“ (Kulturbüro Grupo Sal) Diese Veränderungen sind auch für eine nachhaltige Entwicklung und die Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – kurz SDGs) von zentraler Notwendigkeit.

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Indigene Sprachen: Wissen und Hoffnung

„Für indigene Völker stehen ihre Sprachen nicht nur für ihre Herkunft oder die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, sie beinhalten auch die ethischen Werte ihrer Vorfahren – die indigenen Wissens-Systeme, die sie mit dem Land vereinen und die für ihr Überleben, die Hoffnungen und Bestrebungen der indigenen Jugend von entscheidender Bedeutung sind.

Der heutige Zustand der indigenen Sprachen spiegelt die Situation der indigenen Völker wider. In vielen Teilen der Welt sind sie vom Aussterben bedroht. Der größte Faktor, der zu ihrem Verlust beiträgt, ist die staatliche Politik. Einige Regierungen haben Kampagnen zur Auslöschung indigener Sprachen eingeleitet, indem sie deren Gebrauch unter Strafe stellten – wie dies in den frühen Tagen des Kolonialismus auf dem amerikanischen Kontinent der Fall war. Einige Länder bestreiten weiterhin die Existenz indigener Völker in ihrem Hoheitsgebiet – indigene Sprachen werden als Dialekte bezeichnet und haben eine geringere Bedeutung als die Landessprachen, was zu ihrem möglichen Verlust beiträgt. […]

Die größte Bedrohung geht vom Klimawandel aus, der sich gravierend auf die Subsistenzwirtschaft [indigener Gemeinschaften] auswirkt. Sogenannte Entwicklungsprojekte wie Dämme, Plantagen, Minen und andere Rohstoffaktivitäten fordern ebenso ihren Tribut wie staatliche Maßnahmen, die die Vielfalt minimieren und die Homogenität fördern. […]

Was in Diskussionen oft übersehen wird, sind die Auswirkungen dieser Bedrohungen auf die indigenen Kulturen und Werte. Indigene Völker leiten ihre Identitäten, Werte und Wissenssysteme aus der Interaktion mit ihren Territorien ab, sei es Wald oder Meer. Ihre Sprachen sind von ihrer Umgebung geprägt – es sind ihre Versuche, ihre Umgebung zu beschreiben, die die Grundlagen ihrer einzigartigen Sprachen bilden. Wenn also das Territorium verändert wird, kommt es auch zu Veränderungen in der Kultur und schließlich in der Sprache.“

(Ausschnitte aus dem Artikel von Minnie Degawan Indigenous languages: Knowledge and hope in The UNESCO Courier January-March 2019, Seite 7, Übersetzung Sabine Schielmann)

Mehr über die Bedeutungen und Bedrohungen indigener Sprachen Screenshot GfbV Videofinden Sie in diesem Video der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

 

 

ScreenshotGfbV Berichtdem jüngsten Bericht der GfbV

 

 

 

 

 

sowie in der Ausgabe 1/2019 des UNESCO Courier   Screenshot UNESCO Courier

 

 

„Indigene Sprachen, Wissen und Rechte im Kontext des Klimaschutz“

Zusammenfassung des Workshop vom 19. Juni 2019, Bonn

INFOE in Kooperation mit dem Global Landscape Forum organisierte am 19. Juni 2019 im Wissenschaftszentrum in Bonn einen Workshop zum Thema „Indigene Sprachen, Wissen und Rechte im Kontext des Klimaschutz, der Wiederherstellung von Landschaften und nachhaltiger Entwicklung“. Der Workshop fand zwischen der ersten Sitzung der Facilitative Working Group der ‚Local Communities and Indigenous Peoples‘ Plattform (LCIPP) im Rahmen des UNFCCC Prozesses und dem Global Landscape Forum 2019 Bonn sowie anlässlich des Internationalen UN Jahres der Indigenen Sprachen statt. Gemeinsam mit Vertreter*innen indigener Völker, Wissenschaftler*innen, Student*innen und anderen Interessierten wurden Fragen der Bedeutung indigener Sprachen, deren Schutz und bestehende Herausforderungen diskutiert.

Schätzungsweise sind 40% der etwa 6.700 Sprachen der Welt – darunter die Mehrheit indigene Sprachen – akut vom Verschwinden betroffen. Der anhaltende Verlust indigener Sprachen ist besonders dramatisch angesichts der darin verankerten komplexen Kenntnisse und kulturellen Praktiken, die zunehmend als strategische Ressourcen für verantwortungsvolle Staatsführung, Friedenskonsolidierung, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung anerkannt werden. Außerdem haben solche Verluste enorme negative Auswirkungen auf die grundlegenden Menschenrechte indigener Völker.

Vor diesem Hintergrund war denn auch eine der zentralen Fragen des Workshops, wie die neu geschaffene Plattform zu lokalen Gemeinschaften und indigenen Völkern im Rahmen der Verhandlungen der Klimarahmenkonvention zum Schutz und einer respektvollen Anwendung der Sprachen und des Wissens indigener Völker beitragen kann. Inwieweit kann die Plattform mit ihren Funktionen und Aufgaben der Bedeutung indigenen Wissens und indigener Wissenschaft gerecht werden?

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Wir sind Kinder der Erde

Der Kampf für unsere Rechte ist der Kampf für unsere Mutter Erde

Wir Mapuche sind Kinder der Erde und als solche haben wir in Harmonie mit unserer Mutter Erde gelebt. Viele historische Umstände haben uns auf schmerzhafte Weise gezeigt, dass diese Harmonie mit der Natur keine Bild Artikel Jorge 1Bedeutung für diejenigen hat, die sich unser Gebiet angeeignet haben.

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