Auswirkung der Gletscherschmelze in den Anden

Die Trinkwasserversorgung in den Anden ist gefährdet. Durch den Klimawandel schmelzen die Gletscher schneller, als dass sie sich nachbilden können. Die Menschen und ihre Lebensweise in den Anden wird seit Jahrtausenden mit dem Wasser der Gletscher versorgt. Ihre Kultur, sowie die großen Städte in den Anden, sind nun bedroht.

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Die Auswirkungen des Klimawandels in den Andenländern sind divers: Der Verringerung der Verfügbarkeit von Wasserressourcen, anhaltenden Dürren und starke Überschwemmungen vor allem in der Küstenregion und die Zunahme der Wahrscheinlichkeit von Extremereignissen im Zusammenhang mit dem El Niño Phänomenen durch ansteigende Meereswassertemperatur. Vor allem die Hochgebirge sind sehr vom globalen Temperaturanstieg betroffen.

Studien des Weltklimarates IPCC zeigen, dass insbesondere die Gletscher in der Nähe der Äquatorlinie aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit gegenüber Klimaschwankungen als hervorragende Indikatoren für den Klimawandel gelten. Der Anstieg der atmosphärischen Temperaturen, die Zunahme der Sonneneinstrahlung in den Tropen sowie die Zunahme der klimatischen Variabilität mit viel trockeneren und längeren Jahreszeiten in Hochgebirgsgebieten beeinflussen Volumenänderungen und glaziale Ablationsprozesse.

So gibt das Umweltministerium von Ecuador an, dass die Gletschereisflächen von den Vulkanen Cotopaxi, Chimborazo, Carihuayrazo und Antisana im letzten halben Jahrhundert 40% ihrer Fläche verloren haben.

Besonders die Messungen am Gletscher 15 (Alpha) des Antisana-Vulkans sind bestürzend, in den letzten 20 Jahren fand ein Rückzug von ungefähr 350 m statt. Bei weiteren Temperaturanstiegen, geht man davon aus, dass dieser Gletscher nach 2050 ganz verschwindet.

In Quito, der in den Anden gelegenen Hauptstadt Ecuadors mit knapp 2.900.000 Einwohnern, merkt man bereits jetzt die Auswirkungen des Gletscherschwunds:

Die Wasserressourcen der Hochgebirge werden von jeher von der Bevölkerung der Andenländer stark genutzt. Insbesondere die Wassereinzugsgebiete welche von den Gletschern des Vulkans Antisana gespeist werden, sichern die städtische Wasserversorgung Quitos.

Auswirkungen des Gletscherschwunds sind offensichtlich die reduzierte Verfügbarkeit von Wasserressourcen, aber auch Veränderungen der Flussläufe und der biophysikalischen Dynamik von Ökosystemen der Hochgebirge. Ein zusätzliches Problem ist hier der zunehmende Wasserverbrauch der Bevölkerung von Quito, und zusätzlicher Druck auf die Ökosysteme der Hochgebirge aufgrund der Ausweitung der landwirtschaftlichen Grenze.“ sagt Santiago Verdesoto, Geograph und Spezialist für Risiken von Naturkatastrophen und Klimawandel im nationalen Planungsamt der ecuadorianischen Regierung.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Gletscherschwund und Klimawandel sind unverkennbar, wissenschaftliche Publikationen zeigen, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen erhöhter Lufttemperatur und das Schmelzen von Eis besteht; aber jede Eiskappe der Vulkane und vor allem jede Gletscherzunge hat ihre eigene Dynamik, die auf die biophysikalischen Bedingungen in jedem Wassereinzugsgebiet reagieren. Von daher sind weitere Forschung und Überwachung erforderlich, und das Entwickeln von Anpassungsmaßnahmen für eine weitere Trinkwasserversorgung der Andenbewohner.“

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