Steigert die LCIPP die Handlungsmacht indigener Völker in der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen?

Abstract der Hausarbeit von Miriam Proske

 
Der Beschluss von 2015, bei der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) der Vereinten Nationen (UN) eine Plattform für den Wissensaustausch mit indigenen Völkern einzurichten, wurde als großer Fortschritt für die Zusammenarbeit indigener Völker und den UN gefeiert. Doch es bleibt abzusehen, inwiefern diese tatsächlich eine Verbesserung der indigenen Partizipation an UNFCCC-Prozessen darstellen wird.

 
Aus dem aktuellen Anlass der Operationalisierung der Plattform beschäftigt sich meine Hausarbeit mit den Machtverhältnissen zwischen indigenen Völkern und den UN im Kontext der Klimarahmenkonvention. Dabei wird die Frage untersucht, ob sich durch die Schaffung der Local Communities and Indigenous Peoples’ Plattform (LCIPP) die indigene Handlungsmacht bei der UNFCCC steigert. Um dies zu beantworten, wird zunächst ein Überblick über die bisherige indigene Teilhabe an UNFCCC-Prozessen geliefert, um deren Handlungsmacht im Rahmen der bestehenden Machtverhältnisse herauszustellen. Anschließend werden Aufbau und Ziele der LCIPP beleuchtet, um die Plattform auf ihr Potential für indigene Handlungsmacht hin zu analysieren. Für die Bewertung der Handlungsmacht wird die Typologie von Handlungsmacht des Earth System Governance Projects verwendet, was sich aufgrund eines ähnlichen Kontextes anbietet. Desweiteren wird Literatur, die sich mit der Zusammenarbeit indigener Völker und den UN sowie mit indigenem Klimaschutzaktivismus und Wissensaustausch beschäftigt, zu Rate gezogen.

 
Als Ergebnis der Arbeit tritt deutlich hervor, dass die Handlungsmacht indigener Vertreter*innen innerhalb der Plattform und somit auch bei UNFCCC-Prozessen im Allgemeinen weiterhin gering bleibt. Es wird darauf hingewiesen, dass im Kontext der kolonial erworbenen Machthierarchie, wie sie zwischen den UN und den stark marginalisierten indigenen Völkern besteht, ein entschiedener Fokus darauf liegen muss, Letzteren dieselben Entscheidungsrechte wie Staatsvertreter*innen zukommen zu lassen, um den zum Ziel gesetzten holistischen Wissensaustausch zu ermöglichen.

Lesen Sie hier die thematisch aktuelle Hausarbeit vorgelegt am Institut für Archäologie und Kulturanthropologie der Universität Bonn.

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